Freitag, 13. Januar 2016: Nach einem neuen Terroranschlag beschließt die US-Regierung schärfere Anti-Terror-Gesetze. Wesentlicher Bestandteil:
Ab sofort dürfen Behörden direkt alle Daten abrufen, die Internetfirmen über ihre Kunden gesammelt haben.
Besonders Google ist im Visier der Fahnder: Endlich haben sie direkten Zugriff auf sämtliche E-Mails, Termine, Fotos, Gendaten und Suchbegriffe
von 2,4 Milliarden Google-Nutzern – weltweit. Mit neuen Hochleistungscomputern erstellen die Sicherheitsbehörden exakte Profile aller Nutzer. Unter dem Vorwand
der Verbrechensbekämpfung ist der gläserne Bürger damit Realität:
Der US-Staat kennt nun Kontakte, E-Mails, Dokumente, Fotos, Hobbys, Krankheiten, Urlaubsziele und finanzielle Verhältnisse von jedem Internetnutzer.
Zugegeben: Diese Horrorvision ist Science-Fiction. Aber die Basis für dieses Szenario ist bereits vorhanden – und die Geschäftsgrundlage von Google. Denn schon heute saugt das Unternehmen wie ein riesiger Schwamm alle Daten seiner Nutzer auf und speichert sie auf riesigen Servern, um sie zu analysieren und zu verwerten. Schließlich verdient das Unternehmen mit
diesen Informationen viel Geld.

Wie Google Ihnen mit über 30 Programmen und Diensten für alle Bereiche des Internets Stück für Stück privateste Daten entlockt und wieso das gefährlich werden könnte, lesen Sie in diesem Artikel. Und falls Sie danach ein mulmiges Gefühl beschleicht, gibts es zahlreiche Alternativen.

Schnüffelei in E-Mails

In den Datenschutzerklärungen machen die Google-Bosse keinen Hehl daraus, dass ihr Unternehmen auf Sammeltour ist. Nur: Kaum jemand liest diese Bestimmungen. Anders lässt es sich jedenfalls kaum erklären, warum so viele Menschen GoogleMail nutzen: Schließlich werden vom E-Mail-Dienst alle eingehenden und verschickten E-Mails maschinell gelesen und nach interessanten Schlüsselwörtern für Werbeanzeigen durchforstet. Aber das gilt nicht nur für Google Mail:

Nach dem Prinzip „Du bekommst einen tollen Gratis-Dienst, dafür verrätst du mir alles über dich“ funktionieren sämtliche der meist hochwertigen Google-
Dienste. Auch die beliebte Suche: Wenn Sie heute nach „Schwangerschaftstests“ googeln, werden Sie neun Monate später auf vielen Internetseiten vielleicht Werbung für Windeln finden.

Begehrter Datenberg

Das von Google gesammelte Datenmaterial ist inzwischen so umfassend, dass nicht nur Werbetreibende darauf scharf sind, sondern auch Krankenkassen und Banken. Noch haben diese Interessenten keine Chance, an die Daten heranzukommen. Aber die Regierungen und Geheimdienste sind da schon einen
großen Schritt weiter: Im Rahmen der Anti-Terror-Gesetzgebung in den USA sind Online-Dienste dort zur Herausgabe von Daten verpflichtet. Google wehrt sich zwar und hat bislang vor Gericht auch Recht bekommen. Aber: Wie lange bleibt der Deckel auf dem Topf? Und was ist, wenn Daten gestohlen werden?
Aber selbst wenn nur Google die Daten hat, ist das schon schlimm genug: Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, sieht den Datenhunger kritisch. Dagegen betont das Unternehmen unverdrossen seine guten Absichten.

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